Aktuelles: Laupheim

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Aktuelles
Autor: Nicole Hentschke
Artikel vom 20.10.2022

„Zweitzeugen e.V.“ führt Workshops an Laupheimer Schulen durch

Dafür besuchte sie acht Klassen an drei Laupheimer Schulen und hat unter anderem den Kindern an der Grundschule Bronner Berg die Überlebensgeschichte von Elisheva Lehman erzählt.

An vier Vormittagen führte Ksenia Eroshina, Leiterin der Bildungsarbeit des Vereins „Zweitzeugen e.V.“ Workshops in Laupheim durch. Dafür besuchte sie acht Klassen an drei Laupheimer Schulen und hat unter anderem den Kindern an der Grundschule Bronner Berg die Überlebensgeschichte von Elisheva Lehman erzählt.

Sie erarbeitete mit ihnen, wie es dazu kommen konnte, dass Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus gedemütigt, ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden. Die Schülerinnen und Schüler reagierten mit großer Ungläubigkeit, als sie erfuhren, dass es über 2.000 Gesetze gegenüber der jüdischen Bevölkerung gab, darunter solche wie: Haustiere, Radios, Telefone und Fahrräder mussten abgegeben werden. Es durften keine Milch- und Getreideprodukte gekauft werden. Der gelbe Stern musste sichtbar getragen und der Besuch von Schulen, Vereine oder Schwimmbäder wurde untersagt. Auch gab Ksenia Eroshina einen Einblick, wie Elisheva Lehmann mit dem Erlebten umging und zitierte sie folgend: „Ich bin nicht religiös, aber einen Satz werde ich mir merken: Liebe deinen Nächsten wie dich selber und lieb dich selber auch. Das ist schlimm, wenn du immer wie eine Ratte behandelt wurdest…sich selber zu lieben. Aber ich habe mir das selber beigebracht. Denn wenn ich mich selber liebe, kann ich auch andere Leute lieben“.

Seit 2018 kommen Mitglieder des Vereins „Zweitzeugen“ nach Laupheim. In diesem Jahr fand ein Besuch bei den beiden Grundschulen Anna-von-Freyberg und am Bronner Berg sowie der Friedrich-Uhlmann-Schule statt. Der Verein für Christen und Juden unterstützte bereits zum dritten Mal die Finanzierung. Ebenso wird die Umsetzung mit Hilfe von „KOMM vor Ort“, dem Kommunalen Präventionspakt des Landkreises Biberach, den jeweiligen Schulfördervereinen sowie der Bürgerstiftung Laupheim ermöglicht. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, Kinder ab der 4. Klasse sensibel an die Themen Rassismus und Antisemitismus heranzuführen. Durch das Weitererzählen einer Lebensgeschichte aus der Zeit des Holocaust werden die Kinder zu Zweitzeugen, berichten anderen von der Zeit, in der Menschen verfolgt und vernichtet wurden. Diese Erfahrung verbindet die Kinder mit einer Wirklichkeit, die es einmal gegeben hat. Sie werden ermutigt und befähigt, Geschichte zu begreifen und in die heutige Welt zu übertragen, die sie mitgestalten können, indem sie wertschätzend, tolerant und offen miteinander umgehen. Bernadette Thomas, die museumspädagogische Leiterin des Museums zur Geschichte der Christen und Juden, nahm ebenfalls an einem der Workshops teil und plant noch in diesem Jahr mit den Klassen Spaziergänge durch Laupheim zu unternehmen, um die Ortsgeschichte kennenzulernen. „Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene ist mir ein großes Anliegen“, so Bernadette Thomas.

Gerührt hörten die Kinder der 4. Klassen der Grundschule Bronner Berg die Geschichte von Elisheva Lehman, fühlten mit, stellen Fragen, waren sehr berührt und mitteilungsbedürftig. „Wir sind doch alle Menschen und somit gleich!“, kommentierte einer der anwesenden Schüler. Und als sie gefragt wurden, was denn ein Zweitzeuge sein könnte, antwortete ein zweiter: „Wenn wir anderen weitererzählen, was die Zeitzeugen erzählen.“ Genau das wollten alle Kinder gerne tun. Am Ende des Workshops schrieben die Kinder Briefe an Elishevas Tochter Shula, die in Jerusalem lebt.

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