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Persönlichkeiten

Carl Laemmle - von Laupheim nach Hollywood

Carl Laemmle (geb. 17.01.1867 in Laupheim, gest. 24.09.1939 in Beverly Hills), ein Pionier, der Filmgeschichte schrieb, hat aus einer verschlafenen Kleinstadt in Kalifornien namens Hollywood der Welt größte Filmmetropole geschaffen. Er produzierte weit über 9.400 Filme und  blieb trotz seines Weltruhmes ein Leben lang seiner Heimatstadt eng verbunden.

Nach abgeschlossener Kaufmannslehre trat er 1884, gerade 17-jährig, zusammen mit einem Schulfreund die Reise ins ferne Amerika an.

Carl Laemmle im Museum
Carl Laemmle im Museum
Carl Laemmle im Museum
Carl Laemmle im Museum

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten musste er rasch erkennen, dass aller Anfang schwer ist. Er begann zwar nicht mit dem legendären Job eines Tellerwäschers, doch Laufbursche in einem Drugstore für vier Dollar pro Woche und andere Aushilfsjobs waren nicht wesentlich attraktiver.

Erst mit 39 Jahren geriet er 1906 eher zufällig ins Filmgeschäft. In einem ehemaligen Tanzlokal wurden Stummfilme gezeigt. Diese so genannten Nickelodeons hatten es ihm angetan, bereits nach zwei Jahren gehörten ihm etwa die Hälfte der Kinos in Chicago.

Gründung Universal Film Manufacturing Company

Im Juni 1912 gründete er durch den Zusammenschluss mehrerer unabhängiger Filmgesellschaften die Universal Film Manufacturing Company. Ab 1913 ließ er nahe Los Angeles im  San-Fernando-Tal eine ganze Studiostadt, Universal City, erbauen, die am 15. März 1915 glanzvoll eröffnet wurde.

In den neuen Studios entstanden unzählige Wildwest-, Grusel- und Horrorfilme. Nach und nach produzierte Carl Laemmle immer anspruchsvollere und teurere Filme, darunter jene, die Universal berühmt machten: "Der Glöckner von Notre Dame" (1923), "The Phantom of the Opera" (1925), "King of Jazz" (1930). Für seinen wohl bedeutendsten und zugleich umstrittensten Film "Im Westen nichts Neues" wurde Laemmle 1930 mit dem Oscar ausgezeichnet. Im Zuge der großen Weltwirtschaftskrise geriet auch die Universal in finanzielle Schwierigkeiten. Trotz verschiedener Rettungsversuche musste er 1936 sein Unternehmen verkaufen.

Verleihung der Ehrenbürgerwürde

Carl Laemmle Aufkleber
Carl Laemmle Aufkleber

Über all seinen Erfolgen vergaß er nie seine Herkunft. Regelmäßig reiste er in seine Heimatstadt und bei keinem Besuch kam er mit leeren Händen. "Das Glück hat mir gelacht", wird Laemmle 1926 in einem US-Magazin zitiert. "Das Wenigste, das ich tun kann, ist, es dort auszuteilen, wo es das meiste Gute bewirkt"

Von dieser Haltung profitierten regelmäßig die von Kriegslasten und sozialer Not gebeutelten Menschen in Laupheim. Er richtete eine Armenstiftung ein, spendete an Hochwasseropfer, israelitische Gemeinde und Verschönerungsverein, für Kinder- und Armenspeisung, einen Turnhallenbau und ein öffentliches Bad im Schulhaus. Die Stadt dankte ihm mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde sowie der Benennung der Carl-Laemmle-Straße und des Carl-Laemmle-Gymnasiums.

Mit der Machtergreifung der Nazis änderte sich alles. Laemmle durfte nicht mehr nach Deutschland einreisen. Sein Antikriegsfilm "Im Westen nichts Neues" wurde 1933 verboten.

Die Vorgänge in seinem Vaterland verfolgte Carl Laemmle mit großer Aufmerksamkeit. Er unternahm alles, um den bedrängten, entrechteten Juden in Deutschland zu helfen. Ohne Bürgschaften, so genannte affidavits, das heißt, ohne die Garantie eines amerikanischen Staatsbürgers, notfalls die Versorgung des Flüchtlings zu übernehmen, konnte niemand in die USA einwandern. Mehr als 300 solcher Bürgschaften wurden von Carl Laemmle übernommen und damit viele Menschen vor dem Nazi-Terror und dem sicheren Tod in den Konzentrationslagern bewahrt. Carl Laemmle hat in seinem Leben Großes bewirkt. Diese humanitäre Tat war seine größte Leistung.

Im Museum "zur Geschichte von Christen und Juden" wird das Leben und Wirken des Hollywood-Pioniers und berühmtesten Sohn Laupheims ausführlich dokumentiert und gewürdigt.

Dr. Kilian von Steiner

Dr. Kilian von Steiner
Dr. Kilian von Steiner

Die Familie Steiner gehörte seit dem 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Unternehmern der Stadt Laupheim. Sie engagierte sich in der jüdischen Gemeinde ebenso wie im städtischen Gemeinwesen. Dieses große Engagement spiegelt sich auch im Leben Kilian von Steiners facettenreich wieder: Als junger Rechtsanwalt setzte er sich für eine liberale Wirtschaftspolitik ein. Als Mitbegründer der nationalliberalen Deutschen Partei und der Württembergischen Vereinsbank nahm er aktiv am Aufschwung der württembergischen Industrie teil. Durch seinen Erfolg bei der Sanierung und Zusammenführung von Firmen schuf Steiner die Grundlage für wichtige Großbetriebe wie BASF oder WMF.

Mit seiner Weitsicht und Innovationsbereitschaft war er maßgeblich an der Entwicklung der württembergischen Industrie der achtziger und neunziger Jahre beteiligt. Neben seinen verantwortungsvollen Aufgaben als Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Vereinsbank und als Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank interessierte sich Kilian von Steiner sehr für Kunst und Literatur. Als stellvertretender Vorsitzender des Schwäbischen Schillervereins gelang es von Steiner beispielsweise den späteren württembergischen König Wilhelm II. von der Idee eines schwäbischen Dichtermuseums zu überzeugen. Er unterstützte dieses Museum und den Verein durch die Stiftung zahlreicher Nachlässe und Handschriften.

Der überzeugte Humanist setzte sich aber auch für seine Heimatstadt ein. Mit zahlreichen anonymen Spenden machte sich Steiner um Laupheim verdient. Sein besonderes Interesse galt der urbanen Entwicklung der jungen Stadt. So zum Beispiel durch Stiftungen zur Verschönerung öffentlicher Plätze oder Gebäude-Sanierungen. Als Schlossherr ließ er die Geschichte des Schlosses und der Oberamtsstadt Laupheim erforschen.

Der berühmte Nationalökonom Gustav Schmoller charakterisiert seinen Studienfreund Steiner als Menschen mit großen genialen Zügen, die sich gleichermaßen aus Willensenergie, Verstandesschärfe, Herzensgüte und Gemütswärme zusammensetzten: Vielleicht eine der Erklärungen für die umfassenden Leistungen und zahlreichen Erfolge Kilian von Steiners in Wirtschaft, Industrie, Kultur und der Geschichte Laupheims.

Hier finden Sie die Lebensdaten von Dr. Kilian von Steiner als pdf-Datei.

Friedrich Adler

Kirchenfenster von Friedrich Adler
Kirchenfenster von Friedrich Adler

Elf Jahre nach Laemmle war in Laupheim Friedrich Adler geboren worden. Das Museum widmet ihm als herausragendenen Designer des Jugendstils und Art Déco einen eigenen Raum.

Die von ihm entworfenen Kunstgegenstände berühren alle Lebensbereiche und waren nicht zuletzt zum Gebrauch gedacht. Die Verbindung von Kunst und Leben schwebte Anfang des 20. Jahrhunderts vielen Künstlern vor. So wurde Adler 1907 Lehrer und Professor an der Kunstgewerbeschule in Hamburg.

Als hochangesehener Mann konnte er sich nicht vorstellen, was auf die deutschen Juden ab 1933 zukam: Seine Familie brachte er außer Land, blieb selbst jedoch in Hamburg. 1942 wurde er in Auschwitz ermordet.

Ivo Schaible

1912 in Baustetten geboren, gelang es Ivi Schaible, im Orden der Salvatorianer ein bedeutender Künstler zu werden. Nach dem Theologiestudium in Passau wurde er 1939 zum Priester geweiht. Schaible studierte zudem Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in München.

1951 wurder er nach Kolumbien berufen, wo er bis 1964 als vielseitiger Künstler und Kirchengestalter wirkte. Danach unterhielt er ein Atelier beim Orden in München. Bis zu seinem Tod 1990 schuf er zahlreiche sakrale Werke in Süddeutschland,hinterließ aber auch ein gewaltiges Ouevre allgemeiner Art.

Gretel Bergmann

Gretel Bergmann
Gretel Bergmann

Gretel Bergmann wurde am 12. April 1914 in Laupheim geboren. Ihr Vater war Mitinhaber einer Haar- und Frisurenfabrik. Die Sportlerin gehörte zu den besten Hochspringerinnen ihrer Zeit. Im Olympiajahr 1936 hielt sie den deutschen Rekord mit 1,60 Meter. Die Nationalsozialisten versagten ihr jedoch die Anerkennung und die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Berlin aufgrund ihrer jüdischen Abstammung. Bergmann verließ Deutschland und begann mit ihrem Mann Bruno Lambert ein neues Leben in Amerika.

Ihre Leistungen wurden lange Zeit ignoriert. Erst 1999 konnte sie sich überwinden, ihre alte Heimat zu besuchen. Ihr Leben steht exemplarisch für die schwierige aber doch wachsende Annäherung zwischen Christen und Juden nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das Laupheimer Gretel-Bergmann-Stadion trägt ihren Namen, 2010 übernahm sie die Patenschaft des Carl-Laemmle-Gymnasiums als "Schule ohne Rassismus". Im Jahr 2014, zu ihrem 100. Geburtstag, verlieh die Stadt ihr die Bürgermedaille.

Gretel Bergmann starb 2017 im Alter von 103 Jahren in ihrem Haus in New York.

 

 

Emanuel Heilbronner

Emanuel Heilbronner gründete 1858 die Heilbronner Seifenmanufaktur im Haus "Judenberg 2". 32 Jahre lang betreib die Familie Heilbronner die Manufaktur an dieser Stelle, ehe sie expandierte und eine zweite Produktionsstätte in Heilbronn eröffnete.

Im Jahr 1903 starb der Gründer, und die Firmenleitung ging an Abraham Erlebacher, einen Verwandten, über. Mit dem 1908 geborenen Emanuel Heilbronner, genannt Emil, ging die Tradition des Seifenherstellens bereits in die dritte Generation. 1929 wanderte er in die USA aus und gründeten dort "Bronner's Magic Soap". Seinen beiden Schwestern gelang die Flucht vor den Nationalsozialisten, die Eltern wurden in Auschwitz und Theresienstadt ermordet. Das "Heil" im Nachnamen ließen die Geschwister daraufhin aus Protest gegen Nazideutschland streichen.

Als Pazifist setzte sich Emanuel Bronner für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen und einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur ein - und übertrug diese Philosophie auf die Seifenherstellung. Heute ist "Dr. Bronner's Magic Soap" die meistverkaufte Naturseife der USA.

Dr. Bronner's

 

 

 

 

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