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Sa, 18. November 2017
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Judentum

Große jüdische Gemeinde

Durch Aufklärung und Emanzipationsgesetzgebung des württembergischen Königreichs, dem Laupheim seit dem Jahr 1806 angehört, von Ghettozwang und wirtschaftlichen Fesseln befreit, tragen die Juden erheblich zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. 843 Juden zählt Laupheim 1869 und ist damit eine der größten jüdischen Gemeinden im Königreich.

Ein reger Straßenbau ist den Juden genauso zu verdanken wie die Gründung bedeutender Firmen: die Steiner’sche Hopfenhandlung etwa, die später zu den Größten weltweit gehört, die Laupheimer Werkzeugfabrik oder die Haarfabrik Bergmann, die es noch heute gibt.

1845 werden Oberamt und Oberamtsgericht von Wiblingen nach Laupheim verlegt. 1850 wird der Bahnhof eröffnet, 1869 bekommt Laupheim die Stadtrechte und erhält im selben Jahr eine Lateinschule. Rege Handelstätigkeit führt zur größten Wirtshausdichte in Württemberg. Im Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) fallen 168 Laupheimer.

Jüdischer Friedhof

Über 1.000 Grabstellen und -steine
Über 1.000 Grabstellen und -steine

Er ist beeindruckend und stimmt den Besucher nachdenklich: der jüdische Friedhof mit seinen 1.200 Grabstellen und 1.000 Grabsteinen. Er liegt mitten in der Stadt, auf dem Judenberg, mit einer mannshohen Ziegelmauer eingefasst und von alten Bäumen beschattet.

Der älteste nur noch fragmentarisch entzifferbare Grabstein trägt die Jahreszahl 1740. Gepflegt wird das Kleinod sowohl von städtischer Seite als auch von Privatpersonen. In den zurückliegenden Jahren wurde ein Teil der Grabsteine grundlegend restauriert. Ein Besuch ist sehr empfehlenswert und jederzeit möglich. In einer Kassette am Eingang liegen kostenlose Friedhofsbeschreibungen in deutscher sowie in englischer Sprache aus.

Gruppenführungen auf Anfrage
Anmeldung unter: 07392 96800-0

Reichspogrom - Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung

Ausstellung im Museum - Nationalsozialismus
Ausstellung im Museum - Nationalsozialismus

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten beginnt 1933 das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Stadt: die systematische Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung. 1938 löst der Staat das Oberamt auf. Der Rottumort wird den Landkreis Biberach zugeschlagen.

Ein Flugplatz der Reichsluftwaffe wird eingerichtet. Die Diskriminierung und Entrechtung der Juden erreicht beim Novemberpogrom 1938 mit der Zerstörung der Synagoge ihren schmerzlichen Höhepunkt. Am 19. August 1942 werden die letzten Laupheimer Juden in Konzentrationslager deportiert, die jüdische Gemeinde ist ausgelöscht. Der zweite Weltkrieg hat in der ganzen Stadt Spuren hinterlassen.

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